Die Spielregeln

Eine Bahnengolfanlage besteht aus 18 Bahnen. Spielgerät ist ein Schläger und (pro Bahn) ein Ball.

Das Ziel des Spiels ist es, den Ball aus dem Abschlagfeld mit möglichst wenig Schlägen in das Loch am anderen Ende der Bahn zu spielen.

Jeder Schlag zählt als Punkt. Wer nach 6 Schlägen den Ball noch nicht eingelocht hat, bekommt einen zusätzlichen Punkt und das Spiel an dieser Bahn ist beendet. Die Bahnen sind beim Miniaturgolf i.d.R. 6,25 Meter lang und 90 Zentimeter breit. Am Ende der Bahn befindet sich ein Zielkreis mit einem Durchmesser von 1,40 Meter, in dessen Mitte sich das Zielloch befindet. Dieses hat einen Durchmesser von 5 Zentimetern. Ein 40x60 Zentimeter großes Abschlagfeld befindet sich am Anfang der Bahn; in diesem darf der Ball beliebig platziert werden. In 20 Zentimeter Abstand zu den Banden verläuft rechtwinklig eine Ablegelinie. Bleibt ein Ball hinter der Ablegelinie liegen, so darf er rechtwinklig zur Bande auf die Ablegelinie zurück gelegt werden. An Hindernissen außerhalb des Endkreises beträgt die Entfernung zur Ablegelinie 30 Zentimeter. Zwischen Abschlag und Zielloch können ein oder mehrere Hindernisse liegen, die überwunden werden müssen. Eine rote Grenzlinie markiert das Ende des letzten Hindernisses. Ein Ball der nach dem Abschlag diese Grenzlinie nicht passiert hat, muss mit dem nächsten Schlag wieder vom Abschlag gespielt werden. Einige Bahnen sind nur vom Abschlag spielbar, sie besitzen natürlich keine Grenzlinie.

Entstehungsgeschichte des Minigolfes

Das klassische Golf, dessen Ursprünge im 15. Jahrhundert liegen sollen, war Leuten in gesellschaftlich bedeutenden Stellungen vorbehalten. Und da ein Golfplatz mit 18 Löchern auch eine Menge Platz beansprucht, kam schon früh die Idee auf, eine kleinere Variante des Golfspiels zu schaffen. Um das "Putten" besser üben zu können, wurden die sog. "practice putting greens" auf jedem Golfplatz eingerichtet. In Amerika war das Interesse am Golf so groß, dass auch in vielen Großstädten derartige Übungsmöglichkeiten angeboten wurden.

Erste Ansätze für ein "Golfspiel auf Bahnen" sind in den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts festzustellen. Auf überdachten Bretterbahnen dienten kleine Türen oder Figuren als Hindernisse. Um 1930 konnte man z.B. in London in fast allen Parks der Stadt auf Rasen-Anlagen spielen. In Amerika erfreute sich das "Kleingolf-Spiel" so großer Beliebtheit, dass bis Ende der 30er-Jahre 30.000 Anlagen entstanden, die aber keinen festgelegten Normen unterworfen waren. Ähnliche Bahnen gab es zu der Zeit auch schon in Deutschland, sie verschwanden aber nach einigen Jahren wieder von der Bildfläche.

Die eigentliche Geburtsstunde des Bahnengolfsports schlug 1953 in Locarno. Der Schweizer Paul Bongni setzte nach zweijährigen Konstruktionsplanungen seine Idee um, einen genormten Golfplatz für Jedermann zu bauen. Dabei befolgte er die vom Golf bekannten Grundsätze des sportlichen Spiels: Auf 18 Bahnen muss der Ball mit einem Schläger über eine bestimmte Distanz und diverse Hindernisse ins Loch geschlagen werden. Die natürlichen Hindernisse des klassischen Golfs ersetzte Bongni durch künstliche Aufbauten. Seine Bahnen meldete er unter dem Namen "Minigolf" als Patent an und schuf damit die Voraussetzung, dass baugleiche Minigolfbahnen nach denselben Kriterien überall angelegt werden konnten. 1962 existierten in Europa bereits rund 120 Minigolf-Sportanlagen.

Kurz nachdem die erste Minigolfanlage Deutschlands in Traben-Trarbach eröffnet worden war, wurde 1956 ein weiteres genormtes Bahnengolfsystem aus der Taufe gehoben. Die von dem Hamburger Geschäftsmann Albert Rolf Pless entwickelte Miniaturgolfanlage unterschied sich vom schweizerischen Minigolf erheblich: Die Bahnen bestanden aus transportablen Fertigteilen, die in ihren Abmessungen wesentlich kleiner waren als eine Minigolfpiste. Während die Bahnen beim Minigolf 12 m lang und 1,25 m breit waren, betrugen die Ausmaße einer Miniaturgolfbahn nur 6,25 m Länge und 0,9 m Breite. Die Bahnbezeichnung "Miniatur-Golf" wurde ebenfalls gesetzlich geschützt. Die beiden Systeme, Minigolf und Miniaturgolf, gingen von nun an getrennte Wege.

Der 1956 gegründete "Deutsche Minigolf Sportverband" (DMS) wurde 1962 vom Deutschen Minigolf Verband abgelöst, in dem sich 43 Vereine zusammenschlossen. Die 1. Deutsche Minigolf-Meisterschaft wurde 1955 in Traben-Trabach als international offene Veranstaltung, ähnlich heutigen Jedermann-Turnieren ausgetragen. 1959 in Murnau fand erstmals ein Mannschaftswettbewerb statt.

Im Miniaturgolfsport wurden 1959 die ersten Vereine gegründet, nachdem bereits 1957 der "Deutsche Allgemeine Miniaturgolf-Sportverband" (DAMS) entstanden war. An der 1. Deutschen Miniaturgolf-Meisterschaft 1960 in Berlin nahmen 118 Aktive teil. Platzbesitzer und Lizenznehmer schlossen sich 1962 zum "Internationalen Förderverband des Miniaturgolf-Sportes" (IFV) zusammen und riefen den IF-V-Pokal, ein Vergleichskampf zwischen Auswahlmannschaften, ins Leben.

Am 1.Oktober 1966 schlossen sich dann alle Spartenverbände des Kleingolfsports zum "Deutschen Bahnengolf-Verband" zusammen. Drei Jahre später wurde der DBV als 41. Dachverband im "Deutschen Sportbund" aufgenommen. Seit 1972 wird der Spielbetrieb nach den DBV-einheitlichen Spielregeln und Ordnungen durchgeführt. Im Jahr 2004 wurde der Deutsche Bahnengolf-Verband in den Deutschen Minigolfsport-Verband umbenannt.